Die Großglockner-Hochalpenstraße, von Salzburg zu den Krimmler Wasserfällen

Die Großglockner-Hochalpenstraße überquert die Hohen Tauern am Fuß des höchsten Bergs Österreichs. Eine fünftägige Runde ab Salzburg, mit Schluchten, einer Eishöhle und den Krimmler Wasserfällen.

Österreich
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Heiligenblut mit dem Kirchturm von St. Vinzenz vor dem verschneiten Großglockner.
Heiligenblut mit dem Kirchturm von St. Vinzenz vor dem verschneiten Großglockner.

Die Straße der Hohen Tauern

Die Großglockner-Hochalpenstraße beginnt in Fusch im Land Salzburg, führt auf 2504 Metern durch den Hochtortunnel und fällt dann nach Heiligenblut in Kärnten ab. Sie ist 48 Kilometer lang und hat 36 Kehren. In einer Stunde Bergfahrt geht es vom Fichtenwald über die Almen bis zu Geröllhalden und Schneefeldern. Am Fuscher Törl führt eine kurze, teils gepflasterte Stichstraße hinauf zur Edelweißspitze auf 2571 Metern, dem höchsten Punkt der Straße.

Auf der anderen Seite führt eine zweite Stichstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, gegenüber dem Großglockner, mit 3798 Metern der höchste Berg Österreichs. Rund um den Aussichtspunkt leben Murmeltiere. Weiter unten hebt sich der spitze Kirchturm von Heiligenblut vor dem Berg ab: Das ist der Blick, den man von Postkarten kennt.

Neben dem Pass führt die Runde ab Salzburg auch durch Schluchten, die man auf Stegen über dem Wildbach durchquert. In Werfen liegt die Eisriesenwelt, die größte Eishöhle der Welt. Im Westen stürzen die Krimmler Wasserfälle in drei Stufen 380 Meter in die Tiefe: Es sind die höchsten Österreichs.

Die Pasterze unter dem Großglockner im Jahr 2005; seitdem ist der Gletscher stark zurückgegangen.

Die Pasterze, ein Gletscher auf dem Rückzug

Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe blickt man auf die Pasterze, noch immer den größten Gletscher Österreichs. Der Aussichtspunkt trägt den Namen von Kaiser Franz Joseph, der 1856 zu Fuß von Heiligenblut heraufstieg, um den Gletscher zu sehen. Kaiserin Elisabeth war zu Pferd weiter unten geblieben. Seit diesem Besuch ist die Fläche des Gletschers fast um die Hälfte geschrumpft. In den letzten Jahren ist die Gletscherzunge um mehrere Dutzend Meter pro Jahr zurückgegangen, und das Eis wird jedes Jahr um bis zu zehn Meter dünner. Die Zunge steht kurz davor, abzureißen: Dann ginge der Titel an den Gepatschferner in Tirol.

Die Pasterze liegt mitten im Nationalpark Hohe Tauern, der ab 1981 schrittweise eingerichtet wurde. Mit 1856 km² ist er der größte Nationalpark der Alpen. Er erstreckt sich über drei Bundesländer, Salzburg, Kärnten und Tirol, und zählt mehr als 300 Gipfel über 3000 Meter.

Der Pass wurde schon lange vor der Straße überquert.

Eine Straße aus den 1930er-Jahren über einen uralten Pass

Die Straße wurde von 1930 bis 1935 gebaut, mitten in der Wirtschaftskrise, um Arbeit zu schaffen. Die Pläne stammen von einem Ingenieur des Landes Kärnten, Franz Wallack. Im August 1931 arbeiteten 2357 Männer gleichzeitig auf der Baustelle. Eröffnet wurde die Straße am 3. August 1935.

Der Pass wurde schon lange vor der Straße überquert. Bei Grabungen am Hochtor, die seit 1994 laufen, kam ein Heiligtum mit keltischen und römischen Münzen zutage. Heiligenblut verdankt seinen Namen einer Legende. Der Überlieferung nach war ein dänischer Prinz, Briccius, mit einem Fläschchen vom Blut Christi auf dem Rückweg aus Konstantinopel, als er um 914 in einer Lawine starb. Über seinem Leichnam sollen drei Ähren aus dem Schnee gewachsen sein. Die Reliquie wird bis heute in der Kirche aufbewahrt.

Der Gasteiner Wasserfall stürzt zwischen den Bäumen über die Felsen.

Gasteiner Wasserfall

Bad Gastein, Land Salzburg · 40 Minuten von der Liechtensteinklamm

Die Gasteiner Ache stürzt hier in drei Stufen rund 340 Meter in die Tiefe, mitten im Kurort. Eine Steinbrücke von 1840 führt direkt über das Wasser, zwischen den großen Hotels.

Praktische Hinweise

Wann hinfahren
Von Juni bis September. Die Großglockner-Hochalpenstraße öffnet meist Anfang Mai und schließt Ende Oktober oder Anfang November, je nach Schnee.
Anfahrt
Salzburg liegt anderthalb Stunden von München entfernt. Auf der Autobahn ist bis 3,5 Tonnen die Vignette Pflicht; darüber zahlt man eine Maut nach Kilometern mit der GO-Box.
Zugang
Alles befestigt. Die Großglockner-Hochalpenstraße und der Felbertauerntunnel sind mautpflichtig. Die steile, teils gepflasterte Stichstraße zur Edelweißspitze ist für große Wohnmobile nicht zu empfehlen.
Im Van schlafen
Campingplätze bei Salzburg, in Zell am See, in Heiligenblut und in Krimml. Wildcampen ist verboten.
Gut zu wissen
Die Großglockner-Hochalpenstraße ist nachts gesperrt, zu Zeiten, die sich mit der Saison ändern. Die Schluchten und die Eisriesenwelt sind im Winter geschlossen.
Zeitbedarf
Fünf Tage für die Runde, davon einen ganzen Tag für die Großglockner-Hochalpenstraße.
Die Kehren der Stichstraße zur Edelweißspitze auf der Alm, darunter die Großglockner-Hochalpenstraße.
Die Kehren der Stichstraße zur Edelweißspitze auf der Alm, darunter die Großglockner-Hochalpenstraße.

Was man nicht verpassen sollte

  1. 1Die Krimmler WasserfälleEin Weg in Serpentinen führt an den drei Stufen entlang, in etwa einer Stunde bis nach oben.
  2. 2Die EisriesenweltVon 42 Kilometern Höhlengängen kann man nur den ersten Kilometer besichtigen, der mit Eis bedeckt ist, und das immer mit Führung.
  3. 3Die LiechtensteinklammEine enge Schlucht mit stellenweise 300 Meter hohen Wänden, 1876 für Besucher erschlossen.
  4. 4Das Salzbergwerk HalleinVon 600 v. Chr. bis 1989 in Betrieb, mit Rutschen der Bergleute und einem unterirdischen See.
  5. 5Schloss HellbrunnAb 1613 für einen Fürsterzbischof erbaut, mit Wasserspielen, die die Besucher nass spritzen.
  6. 6Die Festung Hohensalzburg1077 begonnen, überragt sie die Altstadt von Salzburg.

Die Großglockner-Hochalpenstraße in Bildern

Eine Stufe der Krimmler Wasserfälle, zwischen Gischt und Wald.

Die Küche der Hohen Tauern

Im Pinzgau isst man Kasnocken, kleine Nocken mit würzigem Käse und Röstzwiebeln. Auf den Hütten bestellt man einen Kaiserschmarrn, einen dicken Pfannkuchen, in Stücke zerteilt. In Kärnten sind die Kärntner Kasnudeln große Teigtaschen mit Topfen, Kartoffeln und Minze, von Hand verschlossen.

In Salzburg gibt es die Salzburger Nockerl, ein süßes Soufflé mit drei Spitzen, die angeblich die Hügel der Stadt darstellen. Die Mozartkugeln, Marzipankugeln mit Schokoladenüberzug, erfand 1890 der Konditor Paul Fürst.

Zu diesem Artikel gehört eine Route

Rundreise ab Salzburg

5 Tage 592 km ≈ 12 h Fahrt
Die Etappen
  1. 1Schloss Mirabell · Mozarts Geburtshaus · Salzburger Dom · Festung Hohensalzburg
  2. 2Festung Hohenwerfen · Liechtensteinklamm · Zell am See · Eisriesenwelt
  3. 3Edelweißspitze · Fuscher Törl · Kaiser-Franz-Josefs-Höhe · Heiligenblut am Großglockner
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