Die Albanische Riviera, von Vlora bis Ksamil
Zwischen Vlora und Ksamil führt die Straße am Ionischen Meer über den Llogara-Pass und dann an Kieselstränden und Bergdörfern vorbei. In sechs Tagen besucht man auch die Ruinen von Butrint, die Festungen von Ali Pascha und die blaue Quelle des Syri i Kaltër.
Die Straße am Ionischen Meer
Die Albanische Riviera beginnt mit einem Anstieg. Von der Bucht von Vlora steigt die SH8 durch einen Pinienwald bis zum Llogara-Pass auf 1027 Metern. Oben taucht die Küste plötzlich auf, mit engen Kehren bis hinunter zum Ionischen Meer. Ein mautpflichtiger Tunnel umgeht den Pass inzwischen: Für die Aussicht sollten Sie die alte Straße nehmen.
Am Fuß des Passes führt die Straße von Dorf zu Dorf. Dhërmi, Vuno, Qeparo und die Altstadt von Himara liegen oben am Hang. In Himara und Dhërmi sprechen viele Bewohner neben Albanisch auch einen griechischen Dialekt. Die Strände liegen weiter unten: Jalë, Livadhi und Gjipe an der Mündung einer Schlucht. Weiter südlich zieht sich der lange Strand von Borsh unter Olivenbäumen an der Straße entlang, und Lukova fällt in Zitrusterrassen zum Meer ab.
Die Reise endet in Ksamil, gegenüber kleinen bewaldeten Inseln, in klarem, türkisfarbenem Wasser. Gleich südlich davon liegen die Ruinen von Butrint auf einer Halbinsel zwischen einem See und einem Kanal. Im Hinterland ist der Syri i Kaltër eine tiefblaue Quelle, mitten zwischen den Bäumen.

Butrint und die Antike im Süden
Butrint steht seit 1992 auf der Welterbeliste der Unesco. Der Legende nach wurde die Stadt von Helenos gegründet, einem Sohn des trojanischen Königs Priamos, und Aeneas machte hier Station. Die Ruinen liegen in einem Wald, am Ufer des Sees und des Vivari-Kanals. Zu sehen sind ein Theater aus griechischer Zeit, Stadtmauern und ein Baptisterium aus dem 6. Jahrhundert. Sein großer Mosaikboden ist meist mit Sand bedeckt, um ihn zu schützen: Nur ab und zu wird er freigelegt.
Oben auf dem Hügel von Butrint beherbergt eine venezianische Burg das Museum der Stätte. Kommen Sie am späten Nachmittag, wenn Hitze und Andrang nachlassen.
Auf einem Hügel bei Finiq war Phoinike die Hauptstadt der Chaonen, eines Volkes aus Epirus; ihr großes Theater stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Saranda ist das antike Onchesmos. Mitten im Zentrum sind die Reste einer Synagoge aus dem 5. Jahrhundert zu sehen, die im 6. Jahrhundert zur Kirche wurde. Seinen heutigen Namen hat Saranda vom byzantinischen Kloster der Vierzig Heiligen, dessen Ruinen über der Stadt liegen.
Die Riviera war damals eine Militärküste.
Eine lange befestigte Küste
Jahrhundertelang streiten Osmanen und Venezianer um diese Küste. Korfu, direkt gegenüber, bleibt bis 1797 venezianisch. 1537 lässt Sultan Süleyman der Prächtige über Saranda die Burg Lëkurës bauen, gegen die Venezianer. Anfang des 19. Jahrhunderts befestigt auch Ali Pascha von Tepelena, der im Namen der Osmanen über Epirus herrscht, die Küste. In Porto Palermo datiert eine Inschrift seine Festung auf 1804 und besagt, dass französische Ingenieure sie gebaut haben.
In Vlora ruft Ismail Qemali am 28. November 1912 die Unabhängigkeit Albaniens aus. Unter dem kommunistischen Regime von Enver Hoxha schottet sich das Land ab. Von 1967 bis 1986 wird es mit Beton-Bunkern übersät, die man noch heute an den Stränden sieht. Die Riviera war damals eine Militärküste. Anfang der 1990er-Jahre öffnet sie sich dem Tourismus und wird seitdem schnell bebaut, vor allem in Ksamil und Dhërmi.

Gjirokastra
Eine osmanische Stadt, wegen der Steinplatten auf ihren Dächern „Stadt aus Stein“ genannt, seit 2005 Unesco-Welterbe. Enver Hoxha und der Schriftsteller Ismail Kadare wurden hier geboren. Die Zitadelle beherbergt ein Militärmuseum und ein amerikanisches Flugzeug, das unter dem kommunistischen Regime beschlagnahmt wurde.
Praktische Hinweise
- Wann hinfahren
- Juni und September. Im Juli und August sind Strände und Parkplätze voll, vor allem in Ksamil.
- Anfahrt
- Vlora liegt etwa 150 Kilometer von Tirana und seinem Flughafen entfernt. Fähren verbinden außerdem Korfu mit Saranda, vor allem für Fußgänger.
- Zugang
- Alles ist asphaltiert. Enge Gassen in den hoch gelegenen Dörfern, steile Abfahrten nach Gjipe und Lukova: Das Wohnmobil bleibt oben.
- Im Van schlafen
- Campingplätze direkt an den Stränden zwischen Dhërmi, Himara und Borsh, meist von Mai bis September geöffnet.
- Gut zu wissen
- Keine Vignette. Nehmen Sie Lek in bar mit: Viele Parkplätze und Tavernen nehmen keine Karte.
- Zeitbedarf
- Sechs Tage von Vlora nach Ksamil, einen mehr für Gjirokastra.

Was man nicht verpassen sollte
- 1Der Llogara-PassDie Fahrt in Kehren hinunter zur Riviera, über die alte Straße.
- 2Das Kloster ZvërnecEin mittelalterliches Kloster auf einer kleinen Insel in der Lagune von Narta, am Ende eines Holzstegs.
- 3Der Strand von GjipeEine Bucht an der Mündung einer Schlucht, zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar.
- 4Die Altstadt von HimaraDas Viertel Kastro und seine Kirchen, innerhalb der Burgmauern.
- 5Die Burg von Porto PalermoDie Festung von Ali Pascha auf ihrer Halbinsel, am Ende einer fast geschlossenen Bucht.
- 6Der Syri i KaltërTaucher sind 50 Meter tief in die Quelle hinabgestiegen, ohne ihren Grund zu finden.
Die Albanische Riviera in Bildern



Das klare, türkisfarbene Wasser des Syri i Kaltër, unter den Bäumen.
Die Küche der Riviera
An der Küste isst man gegrillten Fisch, Oktopus und Muscheln aus dem See von Butrint. Das Olivenöl kommt aus den Olivenhainen von Borsh, die Orangen und Zitronen von den Terrassen von Lukova.
Byrek, eine Blätterteigpastete mit Käse oder Spinat, isst man zu jeder Tageszeit. An den Hängen des Llogara verkauft man Honig und çaj mali, den Bergtee. Zum Abschluss des Essens gibt es oft ein Glas Raki.
Vlora → Ksamil
+21Stopps- 1Manastiri i Zvërnecit · Xhamia e Muradies · Muzeu Kombëtar i Pavarësisë · Kalaja e Kaninës
- 2Parku Arkeologjik Kombëtar i Orikumit · Kisha e Marmiroit · Qafa e Llogarasë · Dhërmiu
- 3Vunoi · Plazhi i Jalës · Himara · Kalaja e Porto Palermos
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