Das griechische Festland, von Athen nach Meteora
Ein Tempel über dem Meer, das Orakel von Delphi an den Hängen des Parnass und Klöster auf Felsen. Eine Woche als Rundreise ab Athen, über Delphi, Meteora und die Thermopylen.
Von Athen nach Meteora, über Delphi
Die Reise beginnt am Meer. Südlich von Athen folgt die Straße dem Saronischen Golf und dem See von Vouliagmeni, einem Brackwassersee am Fuß einer Felswand, in dem man baden kann. Sie führt zum Kap Sounion, wo der Poseidontempel, Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. erbaut, fast 60 Meter über dem Meer steht. Man kommt wegen des Sonnenuntergangs hierher.
Danach durchquert die Straße die Ebene des früheren Kopais-Sees, der 1931 endgültig trockengelegt wurde, und steigt durch Olivenhaine zum Parnass hinauf. Arachova liegt auf einem Bergrücken, auf 970 Metern Höhe, zehn Kilometer von Delphi entfernt. Unterhalb von Delphi zieht sich der Olivenhain von Amphissa hinunter bis zum Golf von Korinth, nahe beim Hafen von Galaxidi.
Weiter nördlich durchquert die Autobahn die Ebene Thessaliens. Über Kalambaka erscheint Meteora: graue Felsen, von denen manche ein Kloster tragen. Auf dem Rückweg hält man an den Thermopylen und in Theben.

Delphi, an den Hängen des Parnass
Delphi ist in Terrassen an den Hängen des Parnass angelegt, über dem Tal des Pleistos. Der Sage nach ließ Zeus an den beiden Enden der Welt zwei Adler fliegen. Sie trafen sich hier, und ein Stein, der Omphalos, markierte diesen Mittelpunkt der Welt. Aus ganz Griechenland kamen die Menschen, um die Pythia zu befragen, die Priesterin des Apollon. Vor dem großen Heiligtum kommt die Straße an der Kastalischen Quelle und am Heiligtum der Athena Pronaia vorbei, mit seiner Tholos, einem Rundbau aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.
Jahrhundertelang stand das Dorf Kastri auf der Stätte. Es musste umgesiedelt werden, damit die Französische Schule in Athen 1892 die „große Grabung“ beginnen konnte. Seit 1987 steht die Stätte auf der Welterbeliste der Unesco.
Man steigt die Heilige Straße zwischen den Schatzhäusern der Städte hinauf, bis zum Apollontempel, zum Theater und zum Stadion. Im Museum steht der Wagenlenker von Delphi, eine Bronzestatue aus der Zeit um 470 v. Chr. Am besten kommt man zur Öffnung, vor der Hitze und den Gruppen.
Aus ganz Griechenland kamen die Menschen, um die Pythia zu befragen, die Priesterin des Apollon.
Meteora, Klöster auf den Felsen
Die Felsen von Meteora bestehen aus Sandstein und Konglomerat (Kieseln, die durch Sand verbunden sind). Die Erosion hat sie zu Säulen geformt. Schon im 11. Jahrhundert lebten Einsiedler in ihren Höhlen. Das Große Meteoron wurde im 14. Jahrhundert von Athanasios gegründet, einem Mönch vom Berg Athos. Es gab bis zu vierundzwanzig Klöster. Hinauf kam man über Leitern oder in Netzen, die an Seilen hochgezogen wurden. Die Stufen stammen aus den 1920er-Jahren. Seit 1988 steht die Stätte auf der Welterbeliste.
Sechs Klöster kann man noch besichtigen, darunter zwei Nonnenklöster, Agios Stefanos und Roussanou. Schultern und Beine müssen bedeckt sein; am Eingang werden Röcke ausgeliehen. Abends sieht man die Sonne über Kastraki untergehen.

Die archäologische Stätte von Eleusis
Am Ende der Heiligen Straße, die in Athen begann, wurden im Heiligtum von Demeter und Kore die Mysterien von Eleusis gefeiert, ein geheimer Kult. Zu sehen sind das Telesterion, der Saal der Einweihungen, und ein kleines Museum. Unterwegs kommt man am Kloster Daphni vorbei, das zusammen mit Hosios Loukas auf der Welterbeliste der Unesco steht.
Praktische Hinweise
- Wann hinfahren
- April bis Juni und September bis Oktober. Der Sommer ist heiß und voll. Ab November schließen die Stätten früher.
- Anfahrt
- Der Flughafen Athen liegt etwa dreißig Kilometer vom Zentrum entfernt. Fähren verbinden Italien mit Patras und Igoumenitsa.
- Zugang
- Mautpflichtige Autobahnen zwischen Athen, Lamia und Kalambaka. Enge Straßen in Arachova, in Kastraki und am Hafen von Galaxidi.
- Im Van schlafen
- Wildcampen ist in Griechenland verboten. Campingplätze in Kastraki, rund um Delphi und an der Küste Attikas. Auf den Parkplätzen der Klöster ist Übernachten verboten.
- Gut zu wissen
- Die Akropolis besichtigt man in einem Zeitfenster, das man am besten online bucht. Werktags gilt im Zentrum von Athen ein Fahrverbot im Wechsel nach geraden und ungeraden Kennzeichen (der „Daktylios“), meist von Oktober bis Juli. In Meteora hat jedes Kloster eigene Schließtage, von November bis März mehr als sonst; das Große Meteoron ist dienstags geschlossen.
- Zeitbedarf
- Eine Woche für die Runde, dazu ein oder zwei Tage in Athen. Zwei oder drei Tage mehr für den Peloponnes: Mykene, Epidauros, Nafplio.

Was man nicht verpassen sollte
- 1Die Akropolis und ihr MuseumDer Parthenon am frühen Morgen, dann die originalen Skulpturen im Museum am Fuß des Felsens.
- 2Kap SounionDer Poseidontempel über dem Meer; Lord Byron soll seinen Namen in eine seiner Säulen geritzt haben.
- 3Hosios LoukasEin byzantinisches Kloster, im 10. Jahrhundert gegründet, Unesco-Welterbe, mit Mosaiken, die zu den am besten erhaltenen ihrer Zeit gehören.
- 4GalaxidiEin alter Reederhafen mit Kapitänshäusern, dessen Flotte um 1870 die zweitgrößte Griechenlands nach Syros war.
- 5Die ThermopylenDer Engpass, an dem Leonidas und seine Spartaner 480 v. Chr. den Persern standhielten; das Meer hat sich seitdem um mehrere Kilometer zurückgezogen.
- 6Das Archäologische NationalmuseumDie sogenannte Goldmaske des Agamemnon, die große Bronze vom Kap Artemision und der Mechanismus von Antikythera.
Das griechische Festland in Bildern



Die Akropolis vom Philopappos-Hügel aus gesehen, über dem Odeon des Herodes Atticus.
Die Küche des griechischen Festlands
In Arachova probiert man Formaela, einen Hartkäse, der gegrillt serviert wird. Die Tafeloliven aus Amphissa, die Konservolia, tragen eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Am Hafen von Galaxidi servieren die Tavernen gegrillten Fisch.
In Thessalien bestellt man einen Tsipouro, einen Tresterbrand, zu dem ein paar Meze gereicht werden. In Athen isst man ein Souvlaki auf die Hand und morgens einen Koulouri, einen Sesamring aus Brotteig, der auf der Straße verkauft wird.
Rundreise ab Athen
+20Stopps- 1Ακρόπολη · Μουσείο Ακρόπολης · Λίμνη Βουλιαγμένης · Temple of Poseidon
- 2Κάστρο Λειβαδιάς · Μονή Οσίου Λουκά Βοιωτίας
- 3Αράχωβα Βοιωτίας · Δελφοί · Αρχαιολογικό Μουσείο Δελφών · Γαλαξίδι Φωκίδας
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