Die Grand Tour of Switzerland
Vom Rheinfall bis zum Genfersee, von den Alpenpässen bis zu den Seen des Tessins: die Schweiz in einer einzigen Runde. Zwölf Tage ab Zürich, durch alle vier Sprachregionen des Landes.
Eine Runde über Pässe und Seen
Die Grand Tour of Switzerland ist eine Ferienstraße, die Schweiz Tourismus 2015 geschaffen hat: 1643 ausgeschilderte Kilometer, fünf Pässe über 2000 Meter und 22 Seen. Diese Reise nimmt das Wichtigste davon in zwölf Tagen mit, als Runde ab Zürich, vom Rheinfall bis zum Genfersee.
Über den Flüelapass erreicht die Straße das Engadin, ein Hochtal mit Seen und Lärchen. Vom Malojapass führt die Straße in Kehren hinunter ins Bergell und nach Soglio, dann durch ein Stück Italien bis zum Luganersee. An einem Tag kommt man von den Lärchen zu den Kastanien und dann zu den Palmen. Für Zermatt am Fuß des Matterhorns lässt man das Auto in Täsch stehen und fährt mit dem Zug hinauf.
Am Genfersee besichtigt man Chillon, wandert durch die Rebterrassen des Lavaux und badet im See.

Vier Sprachen auf einer Straße
Die Schweiz hat vier Landessprachen, und die Runde führt durch alle. In Zürich spricht man Deutsch, in einem Teil des Engadins Rätoromanisch, im Tessin Italienisch und am Genfersee Französisch. Gruyères ist ein französischsprachiger Ort, auf einem Hügel rund um ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert gebaut. Etwas weiter östlich ist Jaun die einzige deutschsprachige Gemeinde des Greyerzbezirks: Die Sprachgrenze verläuft ganz in der Nähe.
Eine halbe Autostunde entfernt liegt Freiburg (Fribourg) zu beiden Seiten der Saane, an der Grenze zwischen Westschweiz und Deutschschweiz. Offiziell ist die Stadt französischsprachig, im Alltag aber zweisprachig. Die Schweizer nennen diese Sprachgrenze den Röstigraben.
Das Rätoromanische ist die kleinste der vier Sprachen: Etwa ein halbes Prozent der Schweizer spricht es als Hauptsprache. In Guarda im Unterengadin sind die Häuser mit Sgraffiti verziert, Mustern, die in den Putz geritzt sind. Seine Häuser dienten als Vorbild für die Illustrationen des Kinderbuchs „Schellen-Ursli“, das 1945 erschien.
Der Legende nach hat der Teufel die erste Brücke gebaut.
Der Gotthard, mitten in den Alpen
Rhein, Rhone, Reuss und Tessin entspringen rund um das Gotthardmassiv. Auf der Südseite steigt die alte Passstraße, die Tremola, oberhalb von Airolo in 24 Kehren an. Sie wurde zwischen 1937 und 1941 mit Granit gepflastert, und die meisten dieser Pflastersteine liegen noch heute dort. Im Norden führt die Straße hinunter nach Andermatt. Direkt unterhalb öffnet sich die Schöllenenschlucht. Der Legende nach hat der Teufel die erste Brücke gebaut. Als Lohn wollte er die erste Seele, die sie überquerte: Die Bewohner schickten einen Ziegenbock hinüber.
Weiter westlich steigt die Furka auf 2429 Meter. James Bond fährt hier im Film „Goldfinger“ von 1964 mit dem Auto über den Pass. Auf der Walliser Seite sieht man den Rhonegletscher, der jedes Jahr weiter zurückgeht.

Eggishorn
Von der Bergstation auf 2869 Metern sieht man den großen Bogen des Aletschgletschers, des größten der Alpen, seit 2001 UNESCO-Welterbe. Der letzte Abschnitt der Seilbahn soll von 2027 bis Ende 2028 ersetzt werden: vorher prüfen, ob sie fährt. Sonst sieht man den Gletscher auch zu Fuß von der Fiescheralp aus.
Praktische Hinweise
- Wann hinfahren
- Von Juni bis Anfang Oktober. Furka und Gotthardpass sind nur etwa von Juni bis Oktober offen; die Daten ändern sich jedes Jahr mit dem Schnee.
- Anfahrt
- Zürich liegt etwa sechs Autostunden von Paris entfernt.
- Zugang
- Alle Straßen sind asphaltiert; die Tremola ist gepflastert. In Soglio, Guarda und Gandria ist die Straße eng: Man parkt am Ortseingang. Nach dem Malojapass führt die Straße durch Italien: Ausweis nicht vergessen.
- Im Van schlafen
- Ob Wildcampen erlaubt ist, entscheiden Kantone und Gemeinden; in Schutzgebieten ist es verboten. An den Seen gibt es viele Campingplätze und Stellplätze.
- Gut zu wissen
- Auf den Autobahnen ist die Vignette Pflicht, als Aufkleber oder elektronisch; über 3,5 Tonnen ersetzt sie eine pauschale Abgabe. Zermatt, Wengen und Mürren sind autofrei.
- Zeitbedarf
- Zwölf Tage für die Runde, mit Genf als Tagesbesuch; dreizehn, um dort zu übernachten.

Was man nicht verpassen sollte
- 1Der Rheinfall150 Meter breit, und ein Boot, das die Besucher auf dem Felsen in der Mitte absetzt.
- 2Die Stiftsbibliothek St. GallenEin barocker Saal, 1767 vollendet, und Handschriften, die seit dem 8. Jahrhundert abgeschrieben wurden.
- 3Schloss ChillonDas Schloss auf einem Felsen im Genfersee, das Byron zu „Der Gefangene von Chillon“ inspirierte.
- 4Das LauterbrunnentalDer Staubbachfall stürzt 297 Meter tief; die Trümmelbachfälle fließen im Inneren des Felsens.
- 5BernDie Zytglogge, der Zeitglockenturm, und die Wohnung, in der Einstein seine Arbeiten von 1905 schrieb.
- 6LuzernDie Kapellbrücke, eine der ältesten gedeckten Holzbrücken Europas, und der in den Fels gehauene Löwe.
Die Grand Tour of Switzerland in Bildern



Der Rheinfall und Schloss Laufen.
Die Schweizer Küche
Im Kanton Freiburg mischt das Fondue moitié-moitié Gruyère und Vacherin Fribourgeois, halb und halb; in der Maison du Gruyère in Pringy sieht man zu, wie Gruyère hergestellt wird. Im Wallis isst man Raclette mit Pellkartoffeln, und aus den Weinbergen kommen Petite Arvine und Cornalin.
Am Genfersee trinkt man den Chasselas aus dem Lavaux. Im Tessin isst man in den Grotti, einfachen Gasthäusern, die aus alten Kellern entstanden sind: Risotto, Polenta und Merlot. Mit nach Hause nimmt man eine Engadiner Nusstorte und einen Appenzeller, der mit einer Lake nach geheimem Rezept eingerieben wird.
Rundreise ab Zuerich
+40Stopps- 1Grossmünster · Rheinfall · Stein am Rhein · Stiftsbibliothek
- 2Appenzell · Schwägalp · Maienfeld · Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt
- 3Davos · Flüelapass · Guarda · St. Moritz
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